GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN in der Gemeinschaftsverpflegung

Immer mehr Steirerinnen und Steirer essen außer Haus. Aufgrund der zunehmenden Berufstätigkeit beider Eltern betrifft dies mittlerweile auch viele Kinder. Nicht wenige davon werden schon in sehr jungen Jahren in der Kinderkrippe, im Kindergarten oder in der Schule mit Essen versorgt. Die Zahlen bei älteren Menschen, beispielsweise in Pflegeheimen, steigen in der Steiermark ebenfalls deutlich. Und natürlich essen auch viele berufstätige Erwachsene in Kantinen und Mensen. 
Was dabei nun auf die Teller kommt, hat Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Leider schöpfen wir das Potential, das gesunde Ernährung mit sich bringt, aber nicht aus. Unser Ernährungsverhalten ist stark verbesserungswürdig. Wir sind häufig übergewichtig, essen zu wenig Gemüse und Obst aber dafür zu fett bzw. viel zu salzig, dies zeigen die Österreichischen Ernährungsberichte für die verschiedensten Altersgruppen. Das „Wohlstandsbäuchlein" bzw. die Auswirkungen eines nicht optimalen Ernährungszustandes können nicht nur die individuelle Lebensqualität vermindern, auch das Berufsleben und das Gesundheitssystem sind betroffen, denn ernährungsassoziierte Krankheiten verursachen Krankenstände und Frühpensionen. Andererseits kann eine ausgewogene Ernährung Krankheiten, aber auch Leistungsschwächen, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen vorbeugen. So senkt ein hoher Gemüse- und Obstverzehr das Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Schlaganfall. Vollkornprodukte helfen dabei, Schularbeiten und lange Meetings durchzustehen.

Da wir – wie bereits erwähnt – immer öfter auswärts essen, kommt hier deshalb der Gemeinschaftsverpflegung eine große Bedeutung zu. Sie hat es in der Hand ihre KundInnen mit den angebotenen Speisen und Getränken dabei zu unterstützen mit Genuss gesund zu essen. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sollen sich reichlich auf dem Speiseplan wiederfinden; fleischlastige sowie fett- und zuckerreiche Speisen dafür weniger. Natürlich soll auch ein gesundes Angebot an Getränken bestehen. Werden im Speiseplan dann noch regionale, saisonale und biologische Lebensmittel berücksichtigt, wird nicht nur die heimische Wirtschaft gefördert, sondern auch die Umwelt geschont.

Und schließlich: Essen hat immer eine soziale Komponente und auch hier sollte eine höhere soziale Qualität angestrebt werden. Das kann die Gestaltung der Speisesäle genauso betreffen wie die Arbeitsabläufe in der Küche selbst. Denn letztendlich schmeckt Essen nur dann wirklich gut, wenn auch das Küchenpersonal gute Arbeitsbedingungen vorfindet und gerne kocht. 

 

Optimierungsmöglichkeiten

Für viele Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen wird dies bedeuten, dass sie mehr pikante vegetarische/vollwertige Speisen anbieten sowie mehr regionale & saisonale sowie biologisch produzierte und fair gehandelte Lebensmittel verarbeiten sollen, und dies zielgruppenspezifisch.
Damit man mit einem optimierten Angebot die Kosten konstant halten oder sogar verringern kann, braucht es verschiedene Strategien, die ineinander greifen. Folgendes kann Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen u. a. empfohlen werden:
  • Gestalten Sie den Speiseplan um ↔ Modifizieren Sie den Einkauf, z. B.:
      1. Erstellen Sie zumindest einen Sommer-/Winterspeiseplan und bieten Sie ein saisonales Salatbuffet an. Kaufen Sie dadurch günstig in der Saison ein.
      2. Reduzieren Sie Ihren Fleischeinsatz z. B. durch neue Speisen/neue Rezepte/modifizierte Rezepte.
      3. Verwerten Sie nach Möglichkeit das ganze Tier und nicht nur Edelteile.
      4. Kaufen Sie größere Mengen einer Komponente regional und bio ein (z. B. Milch und alle Milchprodukte, Äpfel, Erdäpfel).
      5. Prüfen Sie die Verwendung von Fertigprodukten und reduzieren Sie, wo möglich.
      6. Schließen Sie langfristige Liefervereinbarungen ab.
  • Reduzieren Sie Ihre Lebensmittelabfälle auf ein Minimum.
  • Kennen Sie Ihre Kosten und analysieren Sie regelmäßig Ihren Warenkorb.
  • Zeigen Sie Ihr Engagement durch KundInneninformation, z. B. mit: Hinweisen auf dem Speiseplan oder mit Tischaufstellern

 

Weitere Strategien bzw. Umsetzungstipps finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Steirische Mindeststandards - Hier finden Sie den „Leitfaden zur Umsetzung der steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung" mit umfangreichen Tipps zur Umsetzung einer gesundheitsförderlichen Verpflegung. Die im Leitfaden definierten Standards sind als Mindestanforderungen zu verstehen, die es ermöglichen eine Grundqualität zu sichern. 
  • Umsetzungshilfen/Service - Hier finden Sie zahlreiche Umsetzungshilfen und Informationen, die Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen dabei unterstützen sollen, eine gesundheitsförderliche Verpflegung anzubieten. So z.B. Musterpeisepläne, Rezeptsammlungen und Checklisten.
  • Modellprojekt  - Hier finden Sie Informationen zum Modellprojekt „Gemeinsam Essen", das von Styria vitalis im Zeitraum vom April 2008-Dezember 2012 umgesetzt wurde. 

ZUM MITMACHEN!

Wir freuen uns über Tipps und Tricks von ambitionierten Köchen und Köchinnen aus der Gemeinschaftsverpflegung! Wie schaffen Sie es Ihre Essensgäste für ein gesundes und ausgewogenes Essen zu begeistern? Egal ob Sie für 30 Kindergartenkinder oder für 200 hungrige ArbeiterInnen kochen, wir freuen uns auf Ihre Informationen.