Tipps für (pflegende) Angehörige bzw. Pflegeheime und Essen auf Rädern-Anbieter

Freude am Essen und Trinken zu vermitteln, Mangelernährung zu vermeiden, SeniorInnen ausgewogen und hochwertig zu verpflegen und damit Lebensqualität wiederherzustellen bzw. zu erhalten: Das sind die Ziele bei der Betreuung von SeniorInnen. Folgende Tipps sollen Sie dabei unterstützen, diese Ziele zu erreichen.
Diese Tipps stellen eine Ergänzung zu den sonstigen Informationen dieser Rubrik dar.
Tipps:

  • Schauen Sie auch öfters in den Kühlschrank Ihrer allein lebenden Angehörigen. Ist die Anzahl der Lebensmittel sehr reduziert, kann das ein Anzeichen für eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl sein, die eine Mangelernährung begünstigen kann.
  • Haben Sie darüber hinaus auch ein wachsames Auge auf das Gewicht Ihrer älteren Angehörigen. Ein ungewollter Gewichtsverlust kann Anzeichen für eine Mangelernährung sein. Weiters weist ein BMI unter 22 kg/m² auf eine Mangelernährung hin. 
  • Bieten Sie, wenn Sie für ältere Angehörige mit Kauschwierigkeiten kochen, Speisen an, die von Natur aus leicht zu kauen sind. Oder garen Sie die Zutaten etwas länger (kochen Sie es weicher). Bei starken Kau- oder Schluckbeschwerden sollten einzelne oder auch alle Komponenten püriert werden. (Eine Broschüre mit genussvollen Rezepten bei Kau- und Schluckstörungen im Alter finden Sie hier).

  • Nehmen Sie Appetitlosigkeit nicht einfach hin. Hinterfragen Sie, warum das Essen keinen Genuss mehr bereitet. Sitzen vielleicht die „Dritten“ nicht mehr gut? Oder ist das Schlucken vielleicht schmerzhaft? Verursachen vielleicht viele Medikamente eine Appetitlosigkeit? Arbeiten Sie daran, dass Essen wieder lustvoll wird!
  • Achten Sie insbesondere bei Angehörigen mit Demenz auf die Ernährung, oft wird auf das Essen einfach vergessen!(Eine Broschüre zum Thema Ernährung bei Demenz finden Sie hier).

  • Wichtige Informationen für alle, die ältere Menschen betreuen, pflegen und verköstigen, finden Sie in der Broschüre „Ich lade dich zum Essen ein“. Allgemeine Ernährungsinformationen über eine altersgerechte und gesundheitsförderliche Ernährung finden Sie hier.Allgemeine Ernährungsinformationen über eine altersgerechte und gesundheitsförderliche Ernährung finden Sie hier.

  • Fragen Sie nach, ob das Pflegeheim/Altersheim oder der Anbieter von „Essen auf Rädern" die „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung" umsetzt und damit ein qualitätsvolles Essen anbietet. Die Mindeststandards sollen als Hilfestellung für das Angebot von gesundheitsförderlichen Speisen dienen, welche sich durch einen moderaten Konsum an Fleisch und Süßspeisen sowie die Zufuhr an reichlich Gemüse und ausreichend Vollkornprodukten auszeichnen - Wahlmöglichkeiten sollen jedenfalls immer gegeben sein.
  • Zu diesen Standards gibt es viele Umsetzungshilfen, wie zum Beispiel den umfangreichen Leitfaden zur Umsetzung der steirischen Mindeststandards. Dieser Leitfaden bietet Informationen wie das Essen/das Trinken im Pflegeheim gesundheitsförderlich und vor allem seniorengerecht gestaltet werden kann. Er gibt Vorschläge für Frühstück, Jause und Mittagessen sowie Empfehlungen zur Speiseplangestaltung oder zur Raumgestaltung. Informationen für Pflegeheime finden Sie insbesondere auf den Seiten 95-100. Der Leitfaden kann beim Gesundheitsfonds Steiermark – solange der Vorrat reicht – kostenlos als Ringbuch bestellt werden. 
  • Zu den weiteren Umsetzungshilfen zu den steirischen Mindeststandards zählen z. B. Rezeptsammlungen, Speiseplanideen, Checklisten, Ideensammlungen für Pflegeheime sowie Förderungen für die Umsetzung von Speiseplanchecks. Mehr zu diesen Unterstützungshilfen erfahren Sie unter der Rubrik GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN in der Gemeinschaftsverpflegung.