6. Netzwerktreffen Ernährung für ExpertInnen/Expertenorganisationen

Am 30. November 2017 fand das 6. Netzwerktreffen für ExpertInnen bzw. für Organisationen, die sich auf verschiedenste Art und Weise mit dem Thema Essen und Trinken in der Steiermark beschäftigen, in den Räumlichkeiten des Gesundheitsfonds Steiermark statt.
Zu Beginn der Netzwerkveranstaltung wurde von Mag. Martina Karla Steiner (Gesundheitsfonds Steiermark) kurz der Hintergrund der Netzwerktreffen erläutert, danach wurde das Wort an die erste Referentin übergeben.
​​​Manuela Reiter, MSc (Styria vitalis) präsentierte das Projekt „Herausforderung Gemeinschaftsverpflegung".
Styria vitalis unterstützte bei diesem Projekt die Küche Graz (vormals Zentralküche) bei der Stärkung des gesundheitsförderlichen Speisenangebotes bzw. bei der Erhöhung der KundInnenzufriedenheit. Der Verein Styria vitalis konnte dabei auf eine jahrelange Erfahrung im Gemeinschaftsverpflegungs-Bereich zurückgreifen.

Die wichtigsten Erkenntnisse bzw. Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:
  • Wichtig für dieses Projekt war es, dass nicht nur mit der Küche oder mit den belieferten Einrichtungen gearbeitet wurde, sondern dass insbesondere auch die Schnittstellen (der Zulieferer, die Küchendamen, die das Essen dann aufwärmen, …) mitthematisiert wurden.
  • Für einen guten Wahrheitsgehalt zum Thema Essen braucht es auch eine Information von der Küche/von den Einrichtungen. Ansonsten können beispielsweise Garderobengespräche zwischen Eltern bzw. zwischen Eltern und Kind für ein Projekt hinderlich werden (wenn z. B. die Qualität des Essens besprochen wird und sich das Kind gegen das Essen ausspricht). Kommunikation wurde grundsätzlich als das Kernthema bei diesem Projekt identifiziert à  „Tue Gutes und sprich darüber". 
  • Der Hebel, wenn man einen Gemeinschaftsverpflegungsbetrieb optimiert ist größer, als wenn man einen reinen Gastronomiebetrieb optimiert. So liefert die Küche Graz beispielsweise 8000 Portionen pro Tag aus. Trotzdem sollen Gastronomiebetriebe mitbedacht werden.
 
Mehr zum Projekt finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht, oder auf: https://styriavitalis.at/entwicklung-innovation/herausforderung-gemeinschaftsverpflegung/.

Im Anschluss an diese interessante Diskussion stellten Bianca Heppner, MPH und Petra Wielender BA, MPH (Gesundheitsfonds Steiermark) die Alkoholpräventionskampagne  „Weniger Alkohol - Mehr vom Leben"  vor. 
Das Land Steiermark startete Anfang 2017 eine Kampagne gegen übermäßigen Alkoholkonsum. Im Rahmen des steirischen Aktionsplans Alkoholprävention will der Gesundheitsfonds Steiermark über die Folgen von zu viel Alkohol informieren, und gleichzeitig eine Bewusstseinsänderung zum Thema herbeiführen.

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:
  • Das Thema Alkohol ist nicht „sexy" bzw. ist die Umsetzung der Kampagne herausfordernd.
  • Alle ErnährungsexpertInnen sind eingeladen, die Kampagne auf der Website zu liken bzw. Partner der Initiative zu werden (Link: https://www.facebook.com/mehrvomleben.jetzt/).
  • Interessierte können Plakate bzw. Freecards kostenfrei bestellen.
  • In einer gesunden Ernährung muss Alkohol kein Bestandteil sein (siehe österreichische Ernährungspyramide) bzw. überwiegen die Summe der negativen Wirkungen (auf die Leber bzw. auf das Krebsgeschehen bezogen) die Summe der positiven Wirkungen.

Mehr zur Kampagne finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht, oder auf: http://www.mehr-vom-leben.jetzt/ 

Nach diesem Einblick erläuterte Mag. Gudrun Schlemmer, MPH (Styria vitalis) kurz das abgeschlossene Projekt KostBar. Danach wurde der Kurzfilm zum abgeschlossenen Projekt präsentiert.
KostBar war ein Gesundheitsförderungsprojekt in den Grazer Stadtbezirken Puntigam und Gries und hatte das Ziel, die Kompetenz von sozioökonomisch benachteiligten Eltern und Großeltern sowie von MultiplikatorInnen für gesundes Essen und Trinken zu fördern.
Hierbei wurden aufsuchende Interventionsmaßnahmen im öffentlichen und halböffentlichen Raum gesetzt und Kooperationen mit lokalen PartnerInnen eingegangen.

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:
  • Wissen rund um gesunde Ernährung ist vor allem bei vielen ÖsterreicherInnen häufig vorhanden, schwierig ist dagegen das konsequente Umsetzen im Lebensalltag.
  • Community Leader sind in der migrantischen Population wichtige Schlüsselpersonen.
  • Schaukochen – gekoppelt mit Information und Austausch -   kommt sehr gut an.
  • Das Ausfüllen von Formularen (z.B. für finanzielle Unterstützungen) kann ein Hemmnis sein – oft reichen für Aktionen  aber schon kleine Beträge, die über die simple Rückerstattung einer Rechnung gefördert werden.
  • Die Angebote müssen dort sein, wo Menschen auch bereit sind sie aufzunehmen.
    Beispiel: In der ersten Tagen, wenn Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen, wissen sie nicht, was sie in der Zwischenzeit eigentlich tun sollen. Sie sind in diesem Zeitraum aber sehr offen, so hat sich z. B. ein Willkommenskaffee für Eltern (mit Inputs) sehr bewährt.
  • Sozioökonomisch schlechter gestellte Menschen haben oftmals größere Probleme als das kleine Problem der Ernährung anzugreifen. Die Frage des „Benefits" wird aufgeworfen.
  • Durch die Erfahrung, die aus dem Projekt gewonnen wurde, kann insbesondere auch die Schulung von SozialarbeiterInnen und Schlüsselpersonen aus den Gruppen zum Thema Ernährung empfohlen werden.

Resümee eines Projekts zur Gesundheitsförderung: deutsch (16 Min.)
Gelebte Beteiligung:  deutsch / englisch (4 Min.)
Bunte Vielfalt an Maßnahmen:  deutsch / englisch (4 Min.)

Weitere  wichtige „lessons learned"  aus diesem Pilotprojekt können sie im detaillierten Projektabschlussbericht zu Kostbar auf der Homepage von Styria vitalis downloaden https://styriavitalis.at/entwicklung-innovation/kostbar/.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Frau Mag. Steiner Aktivitäten der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung sowie aktuelle bundesweite Publikationen und lud zu weiteren Vernetzungstätigkeiten ein. 

Mehr zum Thema finden Sie in der Präsentation der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht.
Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen und freuen uns auf ein nächstes Vernetzungstreffen am 07. Juni 2018.