5. Netzwerktreffen Ernährung für ExpertInnen/Expertenorganisationen

Am 1. Juni  2017 fand das 5. Netzwerktreffen für ExpertInnen bzw. für Organisationen, die sich auf verschiedenste Art und Weise mit dem Thema Essen und Trinken in der Steiermark beschäftigen, in den Räumlichkeiten des Gesundheitsfonds Steiermark statt.
Zu Beginn der gut besuchten Netzwerkveranstaltung wurde von Mag. Martina Karla Steiner (Gesundheitsfonds Steiermark) kurz der Hintergrund der Netzwerktreffen erläutert, danach wurde das Wort an die erste Referentin übergeben. 

Mag. (FH) Jacqueline Förster (Bio Ernte Steiermark) präsentierte die derzeitigen und auch vergangene Aktivitäten der Bio Ernte Steiermark im Bereich „Bio in steirischen Großküchen".

So wurde das Großküchenprojekt, welches 2003-2007 in der Steiermark in Zusammenarbeit mit 96 Institutionen umgesetzt wurde, näher beschrieben. Dieses Projekt wurde als Folge des Landtagbeschlußes (Info: Schon 2001 beschloss der Landtag Steiermark 25 % der eingesetzten Lebensmittel in landeseigenen Großküchen aus biologischer Produktion zu beziehen) umgesetzt und hatte das Ziel die Verwendung von biologisch produzierten Produkten in Großküchen zu erhöhen.

Aufbauend auf den Erfahrungen dieses Projektes wird erneut an diesem Ziel gearbeitet. Dazu hat es nun schon einen Großküchentag gegeben, bei dem Produzenten und KöchInnen zusammenfinden konnten. Weiters wurde eine bio-bäuerliche Lieferantenliste erstellt, die bei Mag. (FH) Jacqueline Förster per Mail oder telefonisch angefordert werden kann. Demnächst wird eine Exkursion auf Bio-Bauernhöfen organisiert werden. Grundsätzlich orientieren sich die Aktivitäten im Projekt aber an den Bedürfnissen von Bauern und Großküchen.

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:
  • Für die Beratung von Großküchen hinsichtlich mehr Bio-Produkte steht die Bio Ernte Steiermark gerne zur Verfügung.
  • Wichtig ist, dass auch der Bedarf an Produkten der Bio Ernte Steiermark mitgeteilt wird (Problem beispielsweise: „Ich würde gerne mehr regionales Bio-Gemüse einkaufen, aber das Angebot ist in meiner Region momentan nicht gegeben").
  • Infomaterialien zum Thema „Bio-Lebensmittel" und „Bio-Landwirtschaft" können bei der Bio Ernte Steiermark telefonisch oder per Mail angefordert werden
  • Bio Ernte Steiermark kann interessierten Großküchen und MultiplikatorInnen bedarfsorientierte Schulungen und Exkursionen zum Thema Bio anbieten
 
Mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Oder auf: http://www.bio-austria.at/startseite/steiermark/


Im Anschluss an diese interessante Diskussion stellte Mag. Adelheid Weiland (Referat Energietechnik und Klimaschutz des Landes Steiermark), den Teilbereich Klimafreundlicher Konsum der Initiative des Landes Steiermark für Energie und Klimaschutz „Ich tu´s" vor. 

Zu Beginn erläuterte Sie die Grundlagen der Klimaschutz- und Energiesparinitiative des Landes. KonsumentInnen sollen so z. B. durch Motivation statt Resignation und durch kundennahe Information dabei unterstützt werden, einen umweltfreundlichen Klimastil (mehr Saisonales, Deckel für den Kochtopf, …) zu leben.
Wichtig ist es der Initiative Freude und Spaß am Klimaschutz zu wecken, dies ist u. a. am sehr gelungenen Stoffsackerl (es sind verschiedene Klimaschutz-Eulen abgebildet) zu erkennen.

Zu den bisherigen Aktivitäten gehören im Ernährungsbereich eine Seminarreihe (Durchführung: Klimabündnis Steiermark), ein Erfahrungsaustausch zur klimafreundlichen Gemeinschaftsverpflegung im Rahmen der Beschaffungsplattform sowie Kochworkshops mit Jugendlichen in steirischen Jugendzentren. Weiters gibt es zahlreiche Hilfestellungen für einen klimafreundlichen Genuss wie z. B. einen Konsumflyer mit einem Saisonkalender oder der Gutes-Finden-APP. Seit März 2016 gibt es zudem das „Steirische Klimakochbuch", das seit Dezember 2016 aufgrund der Nachfrage auch als Buch erhältlich ist. 

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:
  • Rezepte können in das Online-Klimakochbuch eingebracht werden.
  • Stoffsackerl können in kleinerer Anzahl gerne bei Frau Mag. Weiland bestellt werden bzw. kann man die zahlreichen Unterlagen nutzen, die von der Initiative zum Thema klimafreundliches Essen und Trinken zur Verfügung gestellt werden.

 

Mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Oder auf: www.ich-tus.at / www.klimakochbuch.at


Nach diesem Einblick erläuterte Mag. Christa Peinhaupt, MBA (EPIG GmbH) ausgewählte Daten aus dem Gesundheitsbericht Steiermark 2015 zum Gesundheitsziel „Mit Ernährung und Bewegung die Gesundheit der Steirerinnen und Steirer verbessern".
In ihrem Vortrag wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Bildung und BMI gibt. Nach Bildungsstand betrachtet zeigten die ausgewerteten Daten, dass Personen mit Maturaabschluss oder Hochschulabschluss deutlich seltener adipös (Matura: 4,6 %; Hochschule: 5,9 %) und übergewichtig (Matura: 26,5 %; Hochschule: 26,2 %) sind als Personen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen. Unter den Personen mit Pflichtschulabschluss finden sich laut den Daten 25,5 %, deren BMI im Bereich der Adipositas liegt, und 35,1 % mit einem BMI im Übergewichtsbereich. Von den Personen mit Lehrabschluss sind 15,5 % adipös und 38,8 % übergewichtig.
Zudem wurde aufgezeigt, dass Steirerinnen und Steirer die niedrigste Gesundheitskompetenz im Vergleich zu den anderen Bundesländern aufweisen. So ist es für 60 % der Steirerinnen und Steirer schwierig, Angaben auf Lebensmittelverpackungen zu verstehen.
Natürlich wurden auch die steirischen BMI-Daten allgemein präsentiert ebenso wie die Daten zum Fleischkonsum und Obstkonsum/Gemüsekonsum. Bei Letzteren ist z. B. besonders beunruhigend, dass nur 52,5 % der steirischen Bevölkerung täglich Gemüse essen!

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Den Gesundheitsbericht gibt es in einer Kurzfassung sowie in einer Langfassung samt zugehörigen Tabellenband.
  • Die Daten aus dem Gesundheitsbericht Steiermark 2015 bzw. insbesondere die Detaildaten aus dem Tabellenband (alle ausgewerteten Daten – regionsspezifisch!) können für die Planung von passgenauen Ernährungsinterventionen eine große Hilfestellung sein.
  • Der Gesundheitsbericht ist Teil einer fortlaufenden Gesundheitsberichterstattung. Aktuell wurde der Kurzbericht zur Gesundheitskompetenz: „IM DETAIL. Mehr Beteiligung! Gesundheit verstehen - beurteilen - anwenden" veröffentlicht, weitere Berichte sind in Planung

 
Mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Den Gesundheitsbericht sowie die dazugehörigen Tabellenbände können Sie hier downloaden:
http://www.gesundheitsportal-steiermark.at/Seiten/Gesundheitsbericht-für-die-Steiermark-2015.aspx


Gegen Ende der  Netzwerkveranstaltung wurde von Frau Mag. Steiner die Thematik der veganen Ernährung erläutert bzw. wurde die Empfehlung der Nationalen Ernährungskommision zur veganen Ernährung vorgestellt. Zentral bei dieser Empfehlung ist, dass von einer veganen Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter dringend abgeraten wird


Fazit der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Die Auswirkungen dieser Empfehlung sind noch nicht absehbar, eventuell wird sie für die Gemeinschaftsverpflegung Anwendung finden.

Mehr zum Thema finden Sie in der Präsentation der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht.
Die NEK-Empfehlung finden Sie hier: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/3/3/4/CH1364/CMS1347872626120/nek_empfehlung_zur_veganen_ernaehrung_nov_2016.pdf


Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Frau Mag. Steiner Aktivitäten eines Netzwerkpartners (VEÖ-Netzwerk) und lud zu weiteren Vernetzungtätigkeiten ein. 

Wir danken allen TeilnehmerInnen des Vernetzungstreffens und freuen uns auf ein nächstes Vernetzungstreffen am 30. November 2017.