GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN - Aktualisierter Leitfaden mit steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung veröffentlicht

​Angebot an Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen:
Im Juni 2016 wurden die neuen steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung vom Gesundheitsfonds Steiermark veröffentlicht. Einerseits gibt es den umfangreichen Leitfaden zur Umsetzung der steirischen Mindeststandards nun als Ringbuch mit vielen praxisnahen Umsetzungstipps, andererseits gibt es online verfügbare Checklisten zu den Mindeststandards sowie sonstige Umsetzungshilfen wie gesundheitsförderliche Rezeptsammlungen und Musterspeisepläne.
Steirische Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen aller Art, vom Kindergarten bis zum Pflegeheim, sind eingeladen, sich den neuen Leitfaden beim Gesundheitsfonds Steiermark kostenlos zu bestellen bzw. das kostenlose Informationsangebot der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung, welches über www.gemeinsam-geniessen.at zur Verfügung gestellt wird, zu nutzen.

Wir hoffen, dass viele Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen dieses Unterstützungsangebot annehmen! Von jung bis alt soll es allen möglich sein gemeinsam  g´sund zu genießen.

Ihre Bestellungen des kostenlosen Leitfadens richten Sie bitte an: martina.steiner@stmk.gv.at.

 

Hintergrundinformationen zu den steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung:

 
Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen haben eine große Bedeutung in Hinblick auf gesunde Ernährungsstrategien. Sie haben es in der Hand, ihre KundInnen mit den angebotenen Speisen und Getränken dabei zu unterstützen, mit Genuss gesund zu essen.

Warum diese Unterstützung so wichtig ist, ist im Folgenden kurz dargestellt: 
 
  • Unser Ernährungsverhalten ist verbesserungswürdig, und das von Kindesbeinen an. Das Potential, das gesunde Ernährung mit sich bringt, wird nicht ausgeschöpft.
    Wir sind häufig übergewichtig, essen zu wenig Gemüse und Obst aber dafür zu fett bzw. viel zu salzig, dies zeigen Österreichische Ernährungsberichte für die verschiedensten Altersgruppen. Das „Wohlstandsbäuchlein" bzw. die Auswirkungen eines nicht optimalen Ernährungszustandes können nicht nur die individuelle Lebensqualität vermindern, auch das Berufsleben und das Gesundheitssystem sind betroffen, denn ernährungsassoziierte Krankheiten verursachen Krankenstände und Frühpensionen. Andererseits kann eine ausgewogene Ernährung Krankheiten, aber auch Leistungsschwächen, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen vorbeugen. So senkt ein hoher Gemüse- und Obstverzehr das Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Schlaganfall. Vollkornprodukte helfen dabei, Schularbeiten und lange Meetings durchzustehen.

    Was auf die Teller kommt, hat also Einfluss auf die Gesundheit und Gesundheit steht im engen Zusammenhang mit dem Wohlbefinden sowie mit der Lern- und Bildungsfähigkeit von Kindern. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Kost ist dementsprechend von Anfang an wichtig, deshalb sollten Kinder  so früh wie möglich an eine genussvolle, vollwertige Ernährung herangeführt werden. Denn: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur mehr schwer". 

 

  • Viele Menschen essen in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen
    Eine große Chance für unsere Gesundheit liegt in der Optimierung der Gemeinschaftsverpflegung, denn schon 24 % der ÖsterreicherInnen nehmen laut dem Lebensmittelbericht 2010 regelmäßig eine Mahlzeit in Mensen oder (Betriebs-) Kantinen zu sich. Aufgrund der zunehmenden Berufstätigkeit beider Elternteile betrifft die Außer-Haus-Verpflegung mittlerweile auch viele Kinder. So nehmen laut der steirischen Kindertagesheimstatistik 2014/15 mehr als 14.000 Kinder in Tagesheimen ein Mittagessen ein, und es werden immer mehr. 

 

  • Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen verarbeiten große Mengen an Lebensmitteln
    Großküchenprojekte zeigen, dass durch den Einsatz von regionalen, saisonalen und biologischen Lebensmitteln sowie frisch zubereiteten Speisen die CO2-Emissionen von Großküchen spürbar verringert werden können. Das größte CO2-Einsparungspotential weist aber die Reduktion von Fleisch- und Wurstgerichten auf. Weiters muss Essen und Trinken für viele einfach nur günstig sein. Dabei vergessen wir, dass hinter unseren Lebensmitteln Menschen stehen, die diese produzieren. Dies ist nicht nur bei Lebensmitteln aus sogenannten Entwicklungsländern problematisch. Eine faire Preisgestaltung ist auch bei heimischen Produkten und Dienstleistungen ein Thema.

 

Anzustreben ist für alle SteirerInnen eine genussvolle, abwechslungsreiche und ausgewogene Kost, die sich an der Ernährungspyramide orientiert und ebenso ökologische wie auch soziale Aspekte berücksichtigt. Ein Wiener Schnitzel hat in einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung genauso Platz wie ein Vollkornweckerl. Es geht um ein gesundes Mengenverhältnis. Man soll viel trinken, viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte sowie fettarme Milch und Milchprodukte verzehren, aber nur mäßig Fleisch und Wurst zu sich nehmen. Selten – aber doch (!) – darf es dann auch noch Süßigkeiten oder Mehlspeisen geben. Um das zu erreichen, sollten vermehrt Angebote geschaffen werden, die dieses Mengenverhältnis begünstigen und dies besonders dort, wo viele Menschen auf einmal verpflegt werden, z. B. in der Kantine, einem SeniorInnenheim oder auch im Kindergarten. Gesundheitliche Chancengerechtigkeit kann somit in allen Altersgruppen gelebt werden

Um diesen Ansprüchen in der Gemeinschaftsverpflegung nachzukommen, wurde von Expertinnen und Experten der Leitfaden mit den steirischen Mindeststandards 2016 aktualisiert und erweitert, mit dem Ziel das Speisenangebot in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung weiterzuentwickeln. In diesem Leitfaden finden Verantwortliche für Gemeinschaftsverpflegung wie KöchInnen oder KüchenleiterInnen wichtige Aspekte der verschiedenen Verpflegungsarten sowie  Empfehlungen zum  Lebensmitteleinkauf und zur Müllvermeidung. Die qualitätsvolle Gestaltung der verschiedenen Mahlzeiten ist ebenfalls ausführlich beschrieben, wie auch die Gestaltung des Speisesaals. Tipps und ernährungsphysiologische Empfehlungen ergänzen diese Broschüre.  Das Ziel, durch genuss- und qualitätsvolle Speisenangebote die Gesundheit der Steirerinnen und Steirer zu unterstützen, soll dabei im Vordergrund stehen.