4. Netzwerktreffen Ernährung für ExpertInnen/Expertenorganisationen

Am 1. Dezember  2016 fand das 4. Netzwerktreffen für ExpertInnen bzw. für Organisationen, die sich auf verschiedenste Art und Weise mit dem Thema Essen und Trinken in der Steiermark beschäftigen, in den Räumlichkeiten des Gesundheitsfonds Steiermark statt.

​Zu Beginn der gut besuchten Netzwerkveranstaltung wurde von Mag. Martina Karla Steiner (Gesundheitsfonds Steiermark)  kurz der Hintergrund der Netzwerktreffen erläutert, danach wurde das Wort Therese Krutzler, MA (LOGO Jugendmanagement) übergeben. Frau Krutzler, MA präsentierte das Projekt DOgether. Hierbei handelt es sich um ein Projekt zur Förderung der Gesundheitskompetenz & Integration geflüchteter Jugendlicher in der Steiermark, das bis Mitte 2017 umgesetzt wird. Im Rahmen des Projektes können steirische Jugendorganisationen und Betreuungseinrichtungen miteinander Kleinprojekte entwickeln und bekommen für die Umsetzung der Aktivitäten eine Förderung zur Verfügung gestellt. Die Kleinprojekte starten mit einer Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung in Form von Kochworkshops. Zusätzlich werden gemeinsam mit Unterkünften und Betreuungseinrichtungen Angebote und Materialen zu Gesundheitsthemen, ausgehend vom jeweiligen Bedarf, für die Jugendlichen zusammengestellt. Und schließlich ist die Netzwerkarbeit ein großes Thema: Bei regelmäßigen Netzwerktreffen bekommen Unterkünfte, Betreuungsorganisationen und Einrichtungen der Steirischen Jugendarbeit fachlichen Input zum Thema Gesundheitskompetenz und können Ihre Erfahrungen in der Arbeit mit interkulturellen Jugendgruppen austauschen.

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Ein Flüchtlingsprojekt, bei dem gemeinsames Kochen ein MUSS ist und Förderungen für weitere Projekte von den Jugendeinrichtungen abgeholt werden können, kommt gut an. Allerdings: Der persönliche Kontakt mit den Jungendeinrichtungen war das Um und Auf zu Projektbeginn. So wurden die Förderungen auch erst gut angenommen, nachdem ein persönlicher Kontakt hergestellt werden konnte – die alleinige Aussendung per Email (mit einer Information über die Fördermöglichkeit) war nicht ausreichend.

Mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Oder auf: www.do-gether.at.

Im Anschluss an diese interessante Diskussion stellte Bianca Fuchs-Neuhold, BSc MSc (FH Joanneum) das Health Perception Lab (HPL) – Labor für Sensorik und Gesundheit vor.
Sie erläuterte die aktuell durchgeführte Studie, die sich mit der Frage beschäftigt wie sich die Ernährungsgewohnheiten von Schwangeren auf die Geschmacksentwicklung von Babys im Mutterleib auswirken und inwieweit diese Faktoren zur Entstehung von Adipositas beitragen können. Hierzu werden innovative Methoden, wie z. B. der Pea Pod eingesetzt. In Anschluss daran wurden weitere Tätigkeitsfelder des HPL aufgezeigt. So wurde z. B. ein gesundheitsförderliches Sternebrot, welches besonders Kinder ansprechen soll, für die Industrie bzw. ein Schulungsprogramm für KindergartenpädagogInnen entwickelt.

Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Das HPL ist eine spannende und innovative Forschungseinrichtung, es steht offen für Kooperationen bzw. für Vernetzung.
  • In Hinblick auf die vorgestellte Studie können eine langfristige Betreuung der Probandinnen und die familiäre Atmosphäre als Erfolgsfaktoren genannt werden.

Mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Oder auf: https://fh-joanneum.at/labor/health-perception-lab-hpl/.

Nach diesem Einblick in das HPL erläuterte Wolfgang Gunzer, BSc MSc (FH Joanneum) DAMIA. Dieses Projekt hat die Optimierung der Ernährungsversorgung von älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen zum Ziel. Um das zu erreichen, wird eine professionelle Schulung von PflegeheimmitarbeiterInnen (nicht nur aus pflegenden Berufen) angeboten.
Die Schulung, welche von DiätologInnen, ErgotherapeutInnen und LogopädInnen abgehalten wird, besteht aus 3 Terminen, die in der FH Joanneum bzw. im Pflegeheim abgehalten werden. Sie wurde 2015/2016 entwickelt und wird 2016/2016 in einer Pilotphase in 10 Pflegeheimen umgesetzt. Ende 2017 wird die Schulung evaluiert und eventuell adaptiert um sie dann 2018 landesweit ausrollen zu können.
 
Wichtiges aus der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Mangelernährung ist für Pflegeheime ein wichtiges Thema und DiätologInnen sind nicht in jedem Pflegeheim angestellt.
  • Die Planung und Durchführung eines interdisziplinären Schulungsprogrammes, welches zum Teil regional (vor Ort) durchgeführt wird, ist mit einem höheren Organisationsaufwand verbunden. So ist einerseits die Terminabstimmung zwischen Schulenden und Pflegeheimen eine Herausforderung, andererseits ist es aber auch für die Pflegeheime eine Herausforderung eine größere Zahl an MitarbeiterInnen für ein Schulungsprogramm freizustellen. 

Schulungsinhalte bzw. mehr zum Thema finden Sie in der dementsprechenden Präsentation, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht. Oder auf: https://fh-joanneum.at/weiterbildung/interdisziplinaeres-ernaehrungsmanagement/.


Gegen Ende der  Netzwerkveranstaltung wurde von Frau Mag. Steiner die Thematik der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung erläutert bzw. wurde auf die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) eingegangen. Auf die zentrale Bedeutung der Definition, ob ein Lebensmittel als verpackt oder unverpackt einzustufen ist, wurde hingewiesen. Überraschend dabei: Man erkennt nicht unmittelbar an der Verpackung ob ein Lebensmittel vorverpackt ist oder nicht. Warum sei im Exkurs kurz erklärt.

Exkurs:
Laut LMIV sind Lebensmittel, die im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vorverpackt werden, den nicht vorverpackten gleichgestellt.
Verkaufsvorbereitend verpackte Waren sind alle jene, welche, dem Runderlass betreffend die kurzfristige Lagerung folgend, zur unmittelbaren Abgabe binnen 2 Tagen verpackt werden. Anders formuliert bedeutet das: Die Waren müssen entweder an dem Tag, an dem sie verpackt worden sind, oder am darauf folgenden verkauft werden.
Quelle: https://www.wko.at/Content.Node/branchen/t/Lebensmittelhandel/MB-Naehrwertdeklaration-nach-der-LMIV_Feb2016.pdf

 

Weiters wurden Ausnahmen bei der Nährwertkennzeichnung (bei verpackten Lebensmitteln) bzw. die Anforderungen bei einer freiwilligen Kennzeichnung bei unverpackten Lebensmitteln besprochen.

 
Fazit der Diskussion für NetzwerkerInnen:

  • Mit 13.12.2016 tritt die Nährwertkennzeichnungspflicht bei verpackten Lebensmitteln in Kraft. Hierbei gibt es aber zahlreiche Ausnahmen, sodass auch zukünftig nicht jedes verpackte Lebensmittel auch eine Nährwerttabelle tragen wird.
  • Bei der Kennzeichnung von nicht verpackten Lebensmitteln gibt es hinsichtlich der Nährwertdeklaration keine Änderung – es bleibt dabei, dass keine Nährwerttabelle nötig ist.

Mehr zum Thema finden Sie in der Präsentation der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung, welche am Ende dieses Berichtes zum Download bereitsteht.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Frau Mag. Steiner die derzeitigen und die geplanten Tätigkeiten der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung.

Wir danken allen TeilnehmerInnen des Vernetzungstreffens und freuen uns auf ein nächstes Vernetzungstreffen am 1. Juni 2017.