Ältere Menschen

​​​​Das Altern bringt viele Veränderungen mit sich. Der Lebensrhythmus verändert sich mit der Pensionierung. Manche müssen nicht mehr so früh aufstehen und haben so Zeit für ein anständiges Frühstück, andere entdecken ihre Kochleidenschaft (neu) oder werden zu Hobbygärtnern.

Auch der Körper verändert sich: In der Regel nimmt die fettfreie Körpermasse (Muskelmasse) ab und die Fettmasse zu. Dies hat u.a. zur Folge, dass der Grundumsatz an Energie sinkt und man leichter an Gewicht zunimmt. 

Eine leichte Gewichtszunahme ist nun nicht unbedingt von Nachteil.  Ältere Menschen dürfen etwas mehr auf die Waage bringen. Dieser Sicherheitspolster kann nämlich im Krankheitsfall vom Nutzen sein, eine übermäßige Gewichtszunahme (Body Mass Index > 27 kg/m²) sollte aber durch eine regelmäßige körperliche Betätigung und ein bewusstes Ernährungsverhalten vermieden werden.

Doch nicht nur der Kalorienbedarf reduziert sich, auch die Geschmacksempfindungen lassen nach und man salzt zum Beispiel mehr. Weiters kann es durch „die Dritten" zu Kaubeschwerden kommen. Essen ist plötzlich nicht mehr vergnüglich, sondern mühsam. Und schließlich kann es durch eine vermehrte Medikamenteneinnahme auch zu Appetitlosigkeit kommen.

 


Essen und Trinken im Alter – Tipps für eine gute Nährstoffversorgung:

Orientieren Sie sich bei dem was Sie essen und trinken am besten immer an der österreichischen bzw. steirischen Ernährungspyramide (die steirische Ernährungspyramide ist die regionalisierte Form der österreichischen Pyramide). Wer sich an den Empfehlungen der steirischen Ernährungspyramide orientiert, isst nicht nur gesundheitsförderlich, sondern schont durch den regionalen & saisonalen Genuss auch die Umwelt.

 


Insbesondere ist darauf zu achten:
  • dass genügend getrunken wird (mind 1,5 Liter pro Tag).
  • dass leichte Speisen bzw. Zubereitungsformen gewählt werden.
  • dass ausreichend Ballaststoffe zugeführt werden.
  • dass reichlich mit frischen Kräutern gewürzt wird. Diese sorgen nicht nur für mehr Geschmack, sondern auch für zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe.
Detaillierte Empfehlungen zur Umsetzung (inkl. Rezepte) erhalten Sie in der kostenlosen Broschüre des
Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
RichtigeErnährung ab dem 65. Lebensjahr – leicht gemacht.

Gute steirische Rezepte und hilfreiche Informationen können Sie unserem GEMEINSAM GSUND GENIESSEN-Kalender von 2017 entnehmen. Dieser wurde speziell für SeniorInnen bzw. auf das Thema Mangelernährung abgestimmt. Das Kalendarium mag zwar nicht mehr aktuell sein, die schnellen und gesunden Rezepte sowie die vielfältigen Ernährungstipps sind es aber immer noch. Deshalb lohnt es sich jedenfalls, einen Blick hinein zu werfen.  

Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Umsetzung einer ausgewogenen Ernährung zunehmend schwerer fällt? Dann empfehlen wir Ihnen eine persönliche Ernährungsberatung. 

Hier​​ finden Sie Informationen zu kostenfreien Angeboten innerhalb von Graz. Hier finden Sie Informationen zum kostenfreien Angebot außerhalb von Graz (GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – daheim und unterwegs). 

Im Rahmen einer Ernährungsberatung kann auch ein Ernährungstagebuch besprochen werden. Hier finden Sie eine Vorlage dazu. Sie können ein gedrucktes Ernährungstagebuch auch hier bestellen.


Tipps für Angehörige:

Fragen Sie nach, ob das Pflegeheim/Altersheim oder der Anbieter von „Essen auf Rädern" die „Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung" umsetzt und damit ein qualitätsvolles Essen anbietet.

Zu diesen Standards gibt es viele Umsetzungshilfen. Beispielsweise gibt es einen umfangreichen Leitfaden zur Umsetzung der steirischen Mindeststandards. Dieser Leitfaden bietet Informationen wie das Essen/das Trinken im Pflegeheim gesundheitsförderlich und vor allem seniorengerecht gestaltet werden kann. So werden beispielsweise Angebotsempfehlungen für Frühstück, Jause und Mittagessen sowie Empfehlungen zur Speiseplangestaltung oder etwa zur Raumgestaltung  gegeben.  Informationen für Pflegeheime finden Sie insbesondere auf den Seiten 95--100. Der Leitfaden kann beim Gesundheitsfonds Steiermark – solange der Vorrat reicht – kostenlos als Ringbuch bestellt werden. Zu den weiteren Umsetzungshilfen zu den steirischen Mindeststandards zählen z. B. Rezeptsammlungen, Musterspeisepläne, Checklisten, Ideensammlungen für Pflegeheime sowie Förderungen für die Umsetzung von Speiseplanchecks. Mehr zu diesen Unterstützungshilfen  erfahren Sie unter der Rubrik Gemeinsam Essen.

  • ​Haben Sie ein wachsames Auge auf das Gewicht Ihrer älteren Angehörigen. Ein ungewollter Gewichtsverlust kann Anzeichen für eine Mangelernährung sein. Weiters weist ein BMI unter 22 kg/m² auf eine Mangelernährung hin.
  • Nehmen Sie Appetitlosigkeit nicht einfach hin, denn diese kann sehr schnell in eine Mangelernährung führen.
  • Bieten Sie, wenn Sie für ältere Angehörige mit Kauschwierigkeiten kochen, vermehrt Suppen, Püriertes, Weichgekochtes oder klein Geschnittenes an und orientieren Sie sich dabei an bekannten Speisen.
  • Schauen Sie auch öfters in den Kühlschrank Ihrer allein lebenden Angehörigen. Ist die Anzahl der Lebensmittel sehr reduziert, kann das ein Anzeichen für eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl sein, die eine Mangelernährung begünstigen kann.
  • Achten Sie insbesondere bei Angehörigen mit Demenz auf die Ernährung, oft wird auf das Essen einfach vergessen!
 
Angehörige finden weitere Informationen in der Broschüre "Ich lade Dich zum Essen ein".​


Rezeptsammlung
Schnelle und gesundheitsförderliche Rezepte finden Sie nicht nur in unserem Kalender! Wir haben für Sie eine Übersicht mit besonders empfehlenswerten Rezepten erstellt. Nachkochen und Ausprobieren ausdrücklich empfohlen.

Weitere hilfreiche Informationen und Broschüren sowie unsere Datenbank für die Suche nach regionalen Angeboten (z.B. Essen auf Rädern, kostenlose Ernährungsberatung) finden Sie in unserem Servicebereich.